Privatpraxis für Handchirurgie und Handgelenkchirurgie

Handchirurgie A-Z

A
Abduktorstrang
Spezielle Gewebeformation bei der Dupuytrenschen Kontraktur, die strangförmig am ellenseitigen Kleinfinger liegt und den Finger abspreizt

Abszeß
Durch Gewebseinschmelzung entstandener allseitig abgeschlossener Gewebehohlraum, in dem sich Eiter befindet

Adhäsion
Verwachsung, Verklebung von Gewebe

Anatomie
Lehre vom Bau des Körpers

Aplasie
Vorhandene Gewebe- oder Organanlage mit fehlender Entwicklung, in der Handchirurgie z. B. Daumenaplasie

Aponeurosis palmaris
Lat, Sehnige Platte unter der Haut der Hohlhand ; s. auch Palmaraponeurose

Arteria
Lat., dtsch. Schlagader, z. B. Arteria radialis = Speichenschlagader

Arthrodese
Operative Versteifung eines Gelenkes

Arthrose
Lat., Gelenkverschleiss, Gelenkerkrankung, die vorwiegend bei einem Mißverhältnis zwischen Beanspruchung und Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile bzw. –gewebe entsteht

Arthroskopie
Untersuchung eines Gelenkraumes (z.B. Knie, Schulter, Handgelenk) mit einer Spezialkamera

Arthrotomie
Operative Eröffnung eines Gelenkes

Articulatio
Lat. Gelenk, Abk. Art.
z.B.
- Art. carpometacarpalis: Gelenk zwischen Handwurzel und Mittelhand
- Art. interphalangealis proximalis: Fingermittelgelenk
- Art. interphalangealis distalis : Fingerendgelenk
- Art. mediocarpalis : Handwurzelgelenk
- Art. metacarpophalangealis : Fingergrundgelenk
- Art. radiocarpalis : Speichenhandwurzelgelenk
- Art. radioulnaris distalis : Speichen-Ellengelenk, sog. Drehgelenk
- Art. ulnocarpalis : Ellenhandwurzelgelenk

Aushülsverletzung
Spezielle Verletzungsform am beringten Finger, verursacht durch das ruckartige Hängenbleiben des Ringes, wobei der gesamte Weichteilmantel des Fingers wie ein Fingerling vom Knochen abgerissen wird.

Ausrissverletzung
Spezielle Amputationsverletzungsform in der Handchirurgie, wobei wichtige Strukturen (Sehnen, Gefäße, Nerven) körperstammnahe ausreißen.

Ausziehnaht nach Mantero
Spezielle Nahttechnik für die tiefe Beugesehne, kommt bei Verletzung an ihrem Ansatz (Fingerendgliedbasis) zum Einsatz, dabei wird die Sehne über Nahtmaterial, welches durch den Knochen gezogen und auf dem Nagel verknüpft wird, refixiert.

Ausziehnaht nach Lengemann
Spezielle Nahttechnik für aus dem Knochen ausgerissene Sehnen oder Bänder

Avulsionsverletzung
Lat., s. Aushülsverletzung

B
Band
Aus Bindegewebe bestehendes strangförmiges oder plattes Gebilde, welches der Befestigung beweglicher Teile des Knochenskelettes dient

Bandapparat
Zusammenschluß von mehreren Bändern, die in ihrer Gesamtheit das Gelenk stabilisieren

Bandersatzplastik
Ersatz eines Bandes durch körpereigenes oder körperfremdes Material. Z.B. ellenseitiges Seitenband des Daumengrundgelenkes, welches durch eine Sehne aus dem Unterarm neu geformt wird.

Beckenkammspan
Aus dem Beckenkamm entnommenes Knochenstück, dient bei Verlust von Knochensubstanz in anderen Regionen des Körpers als Knochenersatz. Dabei gibt es verschieden Möglichkeiten:
- kortikospongiöser Span : hier wird sowohl die feste Außenzone (sog. Kortikalis), als auch das schwammartige Gerüstwerk feiner Knochenbälkchen (sog. Spongiosa) als kompletter Knochenblock entnommen
- Spongiosa : hier wird nur der innere Anteil benutzt
- Gefäßgestielter Span : hier wird ein kortikospongiöser Span mitsamt seinem ernährenden Blutgefäß verpflanzt

Benett-Luxationsfraktur
Nach dem Chirurgen Edward Benett benannte Sonderform eines Bruches am Daumen, Verrenkungsbruch des ersten Mittelhandknochens

Berufsgenossenschaft
Träger der gesetzlichen Unfallversicherung

BG
Abk., s. Berufsgenossenschaft

Beugesehnenersatzplastik
Wiederherstellung einer zerstörten Beugesehne durch eine Sehne aus dem beugeseitigen Handgelenk (sog. Sehne des M. palmaris longus), welche in die Sehnenscheide der zu ersetzenden Sehne verpflanzt wird. Ist nur ein Teil der Sehne zerstört, so wird ein sog. kurzes Transplantat (meist von der Hohlhand bis zur Fingerspitze) eingesetzt. Ist die gesamte Sehne zerstört, so wird ein sog. langes Transplantat eingesetzt. Ist neben der Sehne auch die Sehnenscheide zerstört, muß eine sog zweizeitige Beugesehnenersatzplastik durchgeführt werden. Dazu wird zunächst die Sehnenscheide wieder aufgebaut, indem an der ursprünglichen Stelle ein Silikonstab eingelegt wird (sog. 1. Sitzung). Um diesen Stab herum bildet sich ein bindegewebiger Schlauch mit glatter Innenfläche, in dem die neue Sehne wieder gut gleiten kann. In der 2. Sitzung wird dann nach 10-12 Wochen der Silikonstab durch die Sehne aus dem Handgelenk ersetzt.

Beugesehnenrekonstruktion

s. Beugesehnenersatzplastik

Bouchardarthrose

Nach dem Pathologen Charles J. Bouchard benannte Form des Gelenkverschleisses der Fingermittelgelenke

Bow-string-Phänomen
Dtsch. Flitzebogenphänomen, entsteht bei Verlust der Ringbänder (s.dort) am Finger. Führt zum Abstehen der Beugesehnen vom Knochen, welches wie die Sehne bei einem Bogen imponiert. Damit ist das Einrollen des Fingers beim Faustschluss nicht mehr möglich.

C
Check-rein-ligament
Band, welches die sog. palmare Platte (s. dort) des Fingermittelgelenkes verstärkt

Chondromalazie
Seltene Erkrankung des Gelenkknorpels, führt zur Auflösung des Knorpelgewebes führt

Cleland-Band
Bandsystem des Unterhautfettgewebes auf Höhe des Fingermittelgelenkes, verspannt die Haut mit dem Gelenk

Computertomographie
Spezielle Röntgenuntersuchung, die Schnittbilder aus dem menschlichen Körper erstellt, wobei das Röntgengerät um den Patienten rotiert und so in allen Raumebenen Bilder erstellt. Die Bilder werden im Computer weiterverarbeitet.

Coronal
Spezielle Untersuchungsebene bei der Computertomographie bzw. Magnetresonanzuntersuchung

Cross-finger-Lappenplastik
Spezielle Form der Deckung eines Hautdefektes am streckseitigen Fingermittelglied durch einen Hautlappen des beugeseitigen Mittelgliedes des Nachbarfingers. Der Lappen wird in den Defekt des benachbarten Fingers eingenäht, bleibt dabei aber noch für die ersten 2-3 Wochen am Spenderfinger fixiert. Nach Einheilung in den Defekt wird der Lappen vom Spenderfinger abgetrennt.

CT
Abk., s. Computertomographie

D
D-Arztverfahren
s.Durchgangsarztverfahren

Dekompression
Lat, Befreiung, z. B. operative Befreiung eines Nerven bei Druckschaden

Degenerativ
Lat, verschlissen

DIP-Gelenk
Abk, distales Interphalangealgelenk, Fingerendgelenk

Discus articularis
s. Discus ulnocarpalis

Discus ulnocarpalis
Syn. Discus triangularis,Discus articularis, in die Handgelenkhöhle hereinragender Faserknorpel, der als Puffer zwischen Ellenkopf und ellenseitiger Handwurzel dient

Double-crush-Phänomen
Vorhandensein mehrerer Erkrankungen an einer Extremität, die zur Schmerzverstärkung führen; z.B. Karpaltunnelsyndrom + gleichzeitiges HWS-Syndrom, bedingt vermehrte Schmerzen in der Hand

Dreieckbein
s. Triquetrum

Dupuytrensche Kontraktur
Nach dem Chirurgen Baron Guillaume de Dupuytren benannte Erkrankung der Hohlhand, bindegewebige derbe Verhärtung und Schrumpfung der Palmaraponeurose (s. dort) mit Ausbildung derber Stränge und Knoten, die zum allmählichen Krummziehen der Finger führen, überwiegend Männer betroffen

Durchflechtungsnaht nach Pulvertaft
Spezielle Sehnennahttechnik, die eine besondere Festigkeit verleiht, wird bei der Beugesehnenrekonstruktion verwandt, s. auch Beugesehnenersatzplastik

Durchgangsarzt
Von den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern (Berufsgenossenschaften) beauftragter Arzt, der Arbeitsunfälle behandelt

E
Ellennerv
Lat. N. ulnaris, am ellenseitigen Ellenbogen, Unterarm und Handgelenk verlaufender Nerv, der Ring- und Kleinfinger mit Gefühl versorgt und Nervenimpulse für die ellenseitigen Fingerbeugemuskeln sowie die Handbinnen- und Kleinfingerballenmuskulatur abgibt

EMG
Abk., Elektromyographie, Methode zur Registrierung der Spontan- bzw. bei Wilkürinnervation auftretende oder durch elektrische Stimulation provozierbare Aktionspotentiale im Muskelgewebe

ENG
Abk., Elektroneurographie, Methode zur Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit (s.dort)

Endphalanx
Lat, Fingerendglied

Epiphysenfraktur
Kindlicher Extremitätenbruch unter Beteiligung der Wachstumsfuge, kann zu Mehr- oder Minderwuchs des gebrochenen Knochens führen

Epiphyseolyse
Spezielle Form der Epiphysenfraktur, wobei sich die Wachstumsfuge vom Restknochen löst

Epineurolyse
Operative Lösung des Nervenhüllgewebes von den Nervenfasern, meist bei Verklebungen bzw. Verwachsungen des Nerven durchgeführt

Erbsenbein
s. Pisiforme

F
Fallhand
Bestimmte Form der Nervenlähmung ( hier : Speichennerv), die zum Verlust der Handgelenk- und Fingerstreckung führt

Faszie
wenig dehnbare, aus gekreuzt verlaufenden kollagenen Fasern und elastischen Netzen aufgebaute Gewebestruktur, welche Organe bzw. Muskeln umgibt

Fibrom
Gutartiges Bindegewebsgeschwulst

Fraktur
Lat. Bruch

G
Gadolinium
Nach Johann Gadolin benanntes chemisches Element, wird bei der Kernspintomographie als Kontrastmittel benutzt

Ganglion
Dt. Überbein, entsteht im Bereich des Sehnengleitgewebes oder an Gelenken; entspricht einer mit Gelenkflüssigkeit bzw. Sehnengleitflüssigkeit gefüllten Zyste

Golfer-Ellenbogen
Bei Golfspielern gehäuft auftretende Erkrankung am Ellenbogen, führt zu Schmerzen am ellenseitigen Oberarmknorren, lat. Epicondylitis humeri ulnaris, Pendant zum Tennisellenbogen

Grayson-Band
Im subkutanem Fettgewebe gelegene Bandstrukturen der Fingerweichteile, die den Weichteilmantel mit dem Fingerskelett verspannen, s. auch Cleland-Band

Grundphalanx
Lat. Fingergrundglied

Gyon-Loge
Anatomische Struktur am beuge- und ellenseitigen Handgelenk, in der der Ellennerv sowie die Ellenarterie verläuft. Hier kann es zu Engpässen für den Nerven kommen sog. Syndrom der Loge de Guyon

H
Hakenbein
s. Hamatum

Hamatum
Lat. Kurzform für Os hamatum = Hakenbein, ellenseitig gelegener Handwurzelknochen

Hammerfinger
Ausdruck für eine Fehlstellung des Fingerendgliedes, welches nach beugeseitig herunterhängt und nicht mehr gestreckt werden kann, entsteht bei Verletzung der Strecksehne auf Höhe des Fingerendgelenkes

Hämangiom
Von den Blutgefäßen ausgehendes gutartiges Geschwulst, im Volksmund Blutschwamm genannt

Handgelenkganglion
s. auch Ganglion, entsteht an der Streck- oder Beugeseite des Handgelenkes

Handwurzel
Medizinisch Karpus, besteht aus acht Knochen, je vier der Knochen bilden eine Reihe, s. auch Handwurzelreihe, formt zusammen mit der Speiche das Handgelenk,

Handwurzelreihe
s. auch Handwurzel
Es werden zwei Handwurzelreihen unterschieden:
- Proximal = körpernah: wird gebildet vom Kahnbein, Mondbein, Dreieckbein und Erbsenbein
- Distal = körperfern: wird gebildet von kleinem und großen Vieleckbein, Kopfbein und Hakenbein

Hautlappenplastik
Operativer Verschluß eines Hautdefektes durch Verpflanzen von Hautgewebe, s. auch Spalthauttransplantat, Vollhauttransplantat
Sonderformen:
- freie mikrochirurgische ~: das Hautweichteilgewebe wird fern vom Hautdefekt (z.B. vom Oberarm) mitsamt seiner Gefäße entnommen und in den Hautdefekt der Hand eingepflanzt. Dabei werden die Gefäße des Lappens an ortständige Gefäße der Hand angeschlossen.
- Gestielte ~: das Hautweichteilgewebe wird fern vom Hautdefekt entnommen, bleibt aber an seinem Ursprungsort durch einen Gewebestiel, in dem sich die ernährenden Gefäße befinden, verbunden. Sobald das verpflanzte Gewebe in den Weichteildefekt eingewachsen ist (etwa nach 2-3 Wochen), wird die Verbindung zum Ursprungsort unterbrochen (sog. Lappenstieldurchtrennung). S. auch Cross-Fingerlappenplastik
- Lokale ~: der Hautdefekt wird durch Verschiebung von angrenzendem Gewebe verschlossen.

Heberdenarthrose
Nach dem Arzt William Heberden benannter Gelenkverschleiss der Fingerendgelenke, 10-mal häufiger bei Frauen als bei Männern

Heberdenknoten
Im Rahmen der Heberdenarthrose (s.dort) auftretende knorpelig-knöcherne Verdickung an der Streckseite der Fingerendgelenke

Hypoplasie
Anlagebedingte Unterentwicklung von Gewebe oder Organen, die Anlage ist vorhanden, aber schwächer ausgebildet, s. auch Aplasie

I

J

K
Kahnbein
s. Skaphoideum

Kahnbeinpseudarthrose
Falschgelenkbildung am Kahnbein, bildet sich nach einem Kahnbeinbruch, wenn der Bruch nicht mehr ineinander verheilt

Kapitatum
Abk. für Os capitatum, dtsch. Kopfbein, eines der Handwurzelknochen

Karpaltunnel
Dtsch. Handwurzelkanal, wird gebildet von den Handwurzelknochen und einem Band, dem sog. Retinakulum flexorum, durch den Kanal verlaufen die Beugesehnen der Finger und der Mittelnerv, sog. N. medianus

Karpaltunnelsyndrom
Durch eine Enge im Karpalkanal ausgelöstes Engpaßsyndrom des Mittelnerven mit Kribbeln und Einschlafen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie Muskelschwund des Daumenballens

Karpus
Lat., Handwurzel

Keloid
Lat, Wulstnarbe, derbe platten- oder strangförmige teils juckende Narbenbildung

Kernspintomographie
Syn. Nuklearmagnetresonanztomographie, Computergestütztes bildgebendes Verfahren ,welches auf dem Prinzip der Magnetresonanz von Atomen basiert. Im Gegensatz zur normalen Röntgenuntersuchung bzw. Computertomographie werden hier keine Röntgenstrahlen eingesetzt, sondern die Energie gemessen, die unter dem Einfluß eines starken von außen angebrachten Magnetfeld im Gewebe entsteht.

Kienböcksche Erkrankung
Synn. Lunatumnekrose, fälschlich auch als Lunatummalazie bezeichnet. Nach dem Radiologen R. Kienböck benannte Erkrankung des Mondbeins, dtsch. Mondbeintod. In der Ursache nicht geklärt, führt zum Absterben des Mondbeins.

Kirchmayr-Kessler-Naht
Spezialnaht zur Wiedervereinigung gerissener Beugesehnen. Gibt eine besondere Stabilität, die dem erneuten Riß vorbeugt

Kirschnerdraht
Nach dem Chirurgen M. Kirschner benannter Draht, der zur operativen Stabilisierung von Knochenbrüchen verwandt wird

Knopflochdeformität
Fingerfehlstellung bei Beeinträchtigung der Strecksehne auf Höhe des Mittelgelenkes. Führt zum knopflochartigen Durchriß der Strecksehne auf Höhe des Mittelgelenkes, wobei sich das Gelenk „wie der Knopf“ durch das „Knopfloch“ schiebt. Ursache: Verletzung, Rheuma

Kompartmentsyndrom
Dtsch. Logensyndrom, entsteht durch eine Gewebedrucksteigerung in einer Muskelgruppe. Führt durch den Druckschaden zum Absterben der betroffenen Muskulatur. Tritt am häufigsten am Unterschenkel auf, aber auch am Unterarm oder Hand. Ursache: Quetschverletzung, Durchblutungsstörung aufgrund strangulierender Verbände

Kopfbein
s. Kapitatum

Kortikospongiöser Span
s. Beckenkammspan

Krallenhand
Syn. Klauenhand, entsteht bei Lähmung des Ellennerven, die Finger stehen in Krallenstellung und können nicht mehr gestreckt werden

Krallennagel
Krallenartige Verformung des Nagels, entsteht durch Unfall

Kreuzband
Stabilisierendes Bandsystem der Beugesehnenscheide

L
Landsmeer-Band
Bandsystem an den Fingerseiten, verspannt den Strecksehnen- mit dem Beugesehnenapparat

Ligamentum
Lat. Band, Abk. Lig.

Lipom
gutartiges Fettgewebsgeschwulst

Lunatum
Lat., Abk. für Os lunatum, dtsch. Mondbein, eines der Handwurzelknochen

Lunatumnekrose
s. Kienböcksche Erkrankung

Luxation
Lat., Verrenkung

LT-Band
Band zwischen Lunatum und Triquetrum

M
M.
Abk. Für Musculus, dtsch Muskel

M. palmaris longus
dtsch. Langer Hohlhandmuskel. Befindet sich am beugeseitigen Unterarm und spannt die Palmaraponeurose (s.dort) an. Hat beim Menschen keine Funktion mehr. Die Sehne des Muskels wird in der Handchirurgie als „Ersatzteillager“ für Sehnen- oder Bandplastiken verwendet.

Matti-Russe-Knochenspanplastik
Nach dem Chirurgen H. Matti und L. Russe benannte OP-Methode bei Kahnbeinpseudarthrose (s.dort). Dabei wird ein Knochenspan aus dem Beckenkamm nach Ausräumung des Falschgelenkes in das Kahnbein eingepflanzt

Mediokarpalgelenk
Gelenk zwischen der proximalen und distalen Handwurzelreihe (s.dort)

Membrana interossea
Zwischenknochenhaut der Unterarmknochen (Elle, Speiche) aus straffem Bindegewebe

Metakarpus
Lat., Mittelhand

MCP-Gelenk
Abk. für Metacarpophalangealgelenk, dtsch. Fingergrundgelenk

Mikrochirurgie
Durchführung von Operationen mit optischen Vergrößerungshilfen z.B. Lupenbrille (bis zu 6-fache Vergrößerung), Operationsmikroskop ( bis zu 30-fache Vergrößerung). Wird in der Handchirurgie häufig eingesetzt, da die zu schonenden Strukturen teils nur Bruchteile von Millimeter groß sind

Mittelhand
Anatomissche Struktur zwischen Handwurzel und Finger, streckseitig als Handrücken, beugeseitig als Hohlhand bezeichnet

Mittelnerv
Lat. N. medianus, in der Mitte des beugeseitigen Unterarmes und Handgelenkes verlaufender Nerv, der Daumen, Zeige- und speichenseitigen Mittelfinger mit Gefühl versorgt. Zusätzlich gibt er Impulse an die Daumenmuskulatur. Am häufigsten im Rahmen eines Karpaltunnelsyndroms erkrankt (s. dort)

Mittelphalanx

Mittelglied des Fingers

MRT

Abk., Magnetresonanztomographie, s.dort

Mondbein

s. Lunatum

Motorische Ersatzplastik
Spezielle Operationsmethode im Rahmen von Muskellähmungen. Dabei wird der gelähmte Muskel durch einen gesunden Muskel ersetzt

Mukoidzyste
Spezielle Form eines Ganglions (s.dort), welches an der Streckseite des Fingerendgelenkes entsteht. Erste Manifestation einer Heberdenarthrose (s.dort).

N
Narbenkontraktur
Schrumpfung einer Narbe, bedingt Bewegungseinschränkung ( meist Streckverlust) des unter der Narbe liegenden Gelenkes

Nervus
Lat., dtsch. Nerv, abgekürzt N.

N.
s. Nervus

Nervus- interosseus- anterior-Syndrom
Lähmung eines Astes des Mittelnerven auf Höhe des Unterarmes, führt nur zum Ausfall der Beugung von Daumenend-, Zeigefingerend- und Mittelfingerendglied.

Nerveninterposition
Operative Methode zum Ersatz von Teilen eines für die Körperfunktion wichtigen Nerven z.B. Mittelnerv, Ellennerv, Speichennerv. Dabei wird ein Hautnerv (meist vom Unterschenkel) entnommen und als Ersatz für defekte Strecken des betroffenen Nerven verwendet.

Nervenkompressionssyndrom
Durch Druck verursachter Schaden eines Nerven z.B. Karpaltunnelsyndrom (s.dort), Sulkus-ulnaris-Syndrom (s.dort), Pronator-teres Syndrom (s.dort).

Nervenleitgeschwindigkeit
Abk. NLG, Geschwindigkeit, mit der ein Reiz (hier: elektrischer Strom) an einer Nervenfaser weitergeleitet wird. Ist bei Vorliegen eines Nervenkompressionssyndrom (s.dort) verlangsamt

Neurom
Dtsch. Nervenregeneratknoten, entsteht nach Durchtrennung eines Nerven. Entspricht einer ungeordneten knotenförmigen Aussprossung der Nervenfasern an der Durchtrennungsstelle. Der Knoten ist sehr empfindlich auf Berührung und Druck.

Neurinom
Gutartiges Nervengeschwulst

NMR-Untersuchung
s. Nuklearmagnetresonanztomographie

O
Opponens-Ersatzplastik
Motorische Ersatzplastik (s.dort) bei Lähmung des Mittelnerven. Dabei wird die gelähmte Daumenballenmuskulatur durch Muskulatur vom Kleinfingerballen oder Beugemuskel des Ringfingers ersetzt.

Os
Lat., dtsch. Knochen

Osteomyelitis
Dtsch. Knochenmarkentzündung

P
Palma manus
Lat., dtsch. Hohlhand

Palmare Platte
Knorpelartige Verstärkung der beugeseitigen Gelenkkapsel der Fingergelenke, am stärksten ausgeprägt am Mittelgelenk, schützt das Gelenk vor Überstreckung

Paronychie
Dtsch. Nagelumlauf, Entzündung des Nagelwalls

Phalanx

Lat, Fingerglied

Phlegmone
Eitrige Entzündung des Bindegewebes

PIP-Gelenk
Proximales Interphalangealgelenk, Fingermittelgelenk

Pisiforme
Abk. Für Os pisiforme, Erbsenbein, eines der ellenseitigen Handwurzelknochen

Posttraumatisch
Nach einer Verletzung entstanden

Pollizisation
Operative Methode des Daumenersatzes. Dabei wird der Zeigefinger auf die Stelle des Daumens gesetzt.

Primär
Anfänglich, ursprünglich

Pronator-teres-Syndrom
Spezielle Form der Lähmung des Mittelnerven, der Nerv wird durch Bindegewebsstränge an der Ellenbeuge eingeengt. Führt zu den gleichen Symptomen wie das Karpaltunnelsyndrom (s.dort). Zusätzlich ist die Beugung des Daumenendgelenkes und des Zeigefingerendgelenkes aufgehoben.

Pseudarthrose
Falschgelenkbildung, tritt am häufigsten nach einem Kahnbeinbruch auf

R
R.
Abk. Für Ramus, lat.für Ast, hier Nerven- oder Gefäßast

Radiokarpalgelenk
Gelenk zwischen Speiche und speichenseitiger Handwurzel (Kahnbein, Mondbein)

Radioulnargelenk
Gelenk zwischen Speichenende und Ellenköpfchen, führt die Umwendbewegung des Unterarmes aus

Radius
Lat, Speiche

Raynaudsche Erkrankung
Nach dem Internisten Maurice Raynaud benannte Erkrankung der Fingerarterien. Anfallsartig, meist durch Kälte bedingte, kranpfartige Verschlüsse der Fingergefäße. Tritt nur für Minuten auf und führt zum Weißwerden der Finger

Refixation
Lat., Wiederanheftung

Replantation
Wiederannähen eines abgetrenten Körperteils

Rete
Lat., Netz, hier Gefäßnetz
- ~arteriosum : Gefäßnetz der Schlagadern
- ~venosum : Gefäßnetz der Venen

Retinakulum
Bandsystem am Handgelenk
- ~extensorum : Verstärkungszug über den Führungskanälen der Strecksehnen der Hand, verhindert das Herausspringen der Sehnen aus ihren Fächern
- ~flexorum : den Karpalkanal und die in ihm verlaufenden Breugesehnen und Mittelnerven überbrückendes Band, wird beim Karpaltunnelsyndrom durchtrennt, um mehr Platz für den Mittelnerven zu schaffen

Ringband
Verstärkungsband an der Sehnenscheide der Beugesehnen, führt die Beugesehnen dicht am Knochenskelett und verhindert so ein sog. Bow-string-phänomen (s.dort) der Sehnen. Unterschieden werden 5 Ringbänder, die vom beugeseitigen Grund- bis zum Endgelenk der Finger zu finden sind. Sie werden mit A1 (Grundgelenk) bis A5 (Endgelenk) bezeichnet.

Ringbandspaltung
Operative Therapie für einen sog. Springenden Finger (s.dort). Dabei wird lediglich das A1-Ringband gespalten, die übrigen vier Ringbänder bleiben intakt.

Ringbandersatz
Operativer Ersatz von zerstörten Ringbändern durch die Sehne des M. palmaris longus (s.dort). Erforderlich zur Verhinderung des bow-string-Phänomen (s.dort).

Rolando-Fraktur
Spezielle Bruchform des Daumens, y-förmiger Bruch der Basis des ersten Mittelhandknochens

Ruptur
Dtsch. Riss, meist unfallbedingte Kontinuitätsunterbrechnung von Sehnen oder Bändern

S
Sagittal
Dtsch. In Pfeilrichtung, spezielle Untersuchungsebene im Rahmen der Computer- bzw. Nuklearmagnetresonanztomographie

Schmetterlingslappenplastik
Spezielle Operationsform zur Trennung zusammengewachsener Finger

Schnellender Finger

Syn. Springender Finger, Entzündliche Enge des A1-Ringbands bzw. Einganges der Beugesehnenscheide, welches die Passage der Beugesehnen behindert. Führt zum schmerzhaften Hängenbleiben des Fingers mit Schnapp-Phänomen.

Schwanenhalsdeformität
Spezielle Form der Fingerfehlstellung. Das Mittelgelenk wird in Überstreckung, das Endgelenk in Beugung gehalten. Ursache meist rheumatisch bedingt.

Schwurhand
Charakteristische Störung der Hand bei Lähmung des Mittelnerven. Gefühlsausfall von Daumen-, Zeige- und speichenseitigem Mittelfinger.

Sehneneinflechtung nach Pulvertaft
Spezielle Form der Verankerung von Beugesehnentransplantaten

Sehnenscheide

Gleitröhre der Sehne, besteht aus einer außeren bindegwebigen festen Schicht, die am Knochen fixiert ist und einer inneren Gleitschicht, die das problemlose Gleiten der Sehne erlaubt.

Sehnenscheidenstenose
Verengung der Sehenscheide, entsteht meist nach Entzündungen

Sekundär
Nachfolgend, abhängig

Sesambein
In Sehnen, Bändern oder Gelenkkapseln eingefügter Schaltknochen

Silasticstab
Aus Silikon bestehender Stab, der zur operativen Bildung einer neuen Sehnenscheide benötigt wird. Wird für 10-12 Wochen in Unerarm bzw. Hand eingepflanzt. Um den Stab bildet sich eine neue Sehnenscheide (sog. erste Sitzung einer Beugesehnenersatzplastik, s.dort)

Skaphoid
Lat., Abk. Für Os scaphoideum, dtsch Kahnbein

SL-Band
Lat. Lig. scapholunatum, wichtigstes Band im Handgelenk, verbindet Kahn- und Mondbein fest miteinander. Bei Verletzung des Bandes droht ein frühzeitiger Gelenkverschleiss des Handgelenkes.

Spalthauttransplantat
Spezielle Form eines Hauttransplantates. Dabei werden nur die obersten Schichten der Haut verpflanzt.

Speichennerv
Lat. N. radialis, vom streckseitigen Oberarm schraubenförmig bis zum Unterarm und Daumen verlaufender Nerv, der die Impulse für die Finger- und Handgelenkstreckmuskeln gibt. Daneben ist er für das Gefühl zwischen streckseitigem Daumen und Zeigefinger verantwortlich.Lähmung des Nerven führt zur Fallhand (s.dort)

Spongiosaplastik
Operative Methode, bei der zur Auffüllung eines Knochendefektes an der Hand oder des Handgelenkes nur das schwammartige Innere (sog. Substancia spongiosa) meist des Beckenkammknochens benutzt wird

Springender Finger
Syn. Schnellender Finger (s.dort)

Streckaponeurose
Strecksehnenapparat an den Fingern

Struther-Ligament
Seltenes Band am ellenseitigen Oberarm, welches zur Einengung des Ellennerven führt, Sonderform des Sulkus ulnaris Syndrom (s.dort)

Sudeck-Syndrom
Nach dem Chirurgen Paul H. Sudeck benanntes Krankheitsbild. Syn. Sympathische Reflexdystrophie (s.dort)

Supinatorlogen-Syndrom
Spezielle Form der Lähmung des Speichennerven. Dieser wird durch Bindegewebsstränge am Supinatormuskel (liegt am speichenseitigen Unterarm ellenbogengelenksnahe) eingeklemmt. Führt zum Bild der Fallhand (s.dort)

Sympathische Reflexdystrophie
Syn. Algodystrophie, Kausalgie, Sudeck-Syndrom. Schmerzhafte Erkrankung der oberen Extremität nach äußeren Reizen wie Unfällen, Entzündungen, Operationen, zu engen Gipsverbänden. Dabei reagiert das vegetative Nervensystem überschießend auf den auslösenden äußeren Reiz mit Schmerzen, Glanzhautbildung, vermehrtem Schwitzen, Schwellung der Hand und Bewegungseinschränkung der Gelenke.

Syndaktylie
Angeborene oder erworbene Entwicklungsstörung mit Verwachsung bzw. Nichttrennung der Finger

Syndrom
Gruppe von Krankheitszeichen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild charakteristisch sind

Synovia
Von der Gelenkschleimhaut gebildete Gelenkschmiere

Synovialis
Abk. für Membrana synovialis, dtsch. Gelenkschleimhaut, Innenschicht der Gelenkkapsel, bildet die Gelenkschmiere (Synovia)

Synovialitis
Syn. Synovitis, Entzündung der Synovialis (s.dort)

Synovektomie
Operative Entfernung der Synovialis (s.dort)

T
T1-gewichtet
Spezielle Untersuchungsform bei der Magnetresonanztomographie (s.dort), die Bildkontraste sind durch Wichtung der kontrastbestimmenden Faktoren variierbar und geben Hinweise auf bestimmte Erkrankungen, so erscheinen Flüssigkeiten und krankhafte Veränderungen im T1- gewichteten Bild signalarm, im T2-gewichteten Bild dagegen signalreich.

T2-gewichtet
s. T1-gewichtet

Tendovaginsosis stenosans

Durch wiederholte Entzündungen entstandene Enge der Sehnenscheide, typisch am ersten Strecksehnenfach am Handgelenk oder am Eingang der Beugesehnenscheide der Finger (hier auch Springender Finger genannt)

Tendovaginosis stenosans de Quervain
Nach dem Chirurgen Fritz de Quervain benannte entzündliche Enge des ersten Strecksehnenfaches. Führt zu Schmerzen am speichenseitigen Handgelenk sowie beim Abspreizen des Daumens.

Tennisellenbogen

Der Tennisellenbogen ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Emtzündunge des speichenseitigen Oberarmknorrn, sog. Epicondylitis humeri radialis. Gehäuft bei Tennisspielern zu finden.

Tenodese
Dtsch. Sehnenfesselung, operative Fixation von Sehnen am Knochen zur teilweisen oder völligen Aufhebung der Gelenkbeweglichkeit

Tenosynovitis
Entzündung der Sehnen- bzw. des Sehnengleitgewebes

Thrombosierung
Teilweiser oder vollständiger Verschluss von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel

Tractus lateralis
Strecksehnenseitenzügel am Finger

Tractus medianus
Strecksehenmittelzügel am Finger

Transossäre Refixation
Spezielle Form der Wiederanheftung von Sehnen und Bändern durch direkte Verankerung am Knochen

Transplantation
Übertragung von Zellen, Geweben oder Organen an eine andere Körperstelle (z.B. Hauttransplantat, Knochentransplantat) bzw. auf ein anderes Individuum (z.B. Nierenorganspende)

Transpositionslappenplastik
Besondere Form der Verpflanzung von Haut-/Weichteilgewebe, um ein Weichteildefekt zu verschließen

Trapezium
Abk. Für Os trapezium, dtsch. Großes Vieleckbein, eines der speichenseitigen Handwurzelknochen

Trapezoideum
Abk. Für Os trapezoideum, dtsch. Kleines Vieleckbein, dem Trapezium benachbarter Handwurzelknochen

Triquetrum
Abk. Für Os triquetrum, dtsch. Dreieckbein, ellenseitiger Handwurzelknochen

Tuberculum

Lat., kleiner Höcker, so benannte Knochenvorsprünge, z.B. Tuberculum dorsale Lister (Speiche), Tuberculum ossis scaphoidei (Kahnbein), Tuberculum trapezii (großes Vieleckbein)

Tuberositas
Knöcherner Vorsprung mit rauher Oberfläche, meist Ansatz für einen Muskel

TFCC
Engl. triangular fibrocartilague complexe, System von Bändern und Knorpelscheibe (sog. Discus triangularis (s.dort)) am ellenseitigen Handgelenk, verspannt Speiche und Ellenköpfchen miteinander, puffert das Ellenköpfchen gegen die ellenseitige Handwurzel ab

U
Ulna
Lat, Ellenknochen

Umlauf
Lat. Paronychie (s.dort)

U-Naht
Spezielle Nahttechnik zur Fixierung von Sehnen und Bändern

Überbein
Lat, Ganglion (s.dort)

V
Vena
Lat., Abgekürzt V., Vene

Veneninterponat
Spezielle Operationsmethode des Gefäßersatzes, wird bei Zerstörung einer Schlagader angewendet. Dabei wird eine Vene als Schlagaderersatz verwendet.

Vieleckbein
s. Trapezium bzw. Trapezoideum

Vollhauttransplantat
Spezielle Form einer Hautverpflanzung. Dabei werden im Gegensatz zur Spalthauttransplantation alle Hautschichten (aber ohne Unterhautfettgesebe) verpflanzt.

V-Y-Plastik
Spezielle Operationsmethode zum Verschluss eines Hautdefektes an der Fingerkuppe

W

Wartenberg-Syndrom
Nach dem Neurologen Robert Wartenberg bezeichnete Spezialform einer Lähmung des Speichennerven. Beteiligt ist dabei nur der Nervenast, der die erste Zwischenfingerfalte (Raum zwischen streckseitigem Daumen und Zeigefinger) mit Gefühl versorgt (sog. R. dorsalis N. radialis). Entsteht durch eine Enge an der Stelle, wo der Nervenast durch die Unterarmfaszie tritt.

Z
Z-Lappenplastik
Spezielle Operationsmethode zum Verschluss eines Hautdefektes

Zyste
Durch eine Kapsel abgeschlossener mit Flüssigkeit gefüllter Raum